Crashtests
Innovationen in der Insassensicherheit
Der Crash des Jahres 2026 wurde wie in den vergangenen Jahren hauptsächlich von Studierenden geplant, vorbereitet und durchgeführt. Beim vergangenen Crash wurde ein Unfallszenario aus dem Rettungsdienst untersucht. Hierfür wurde ein Rettungswagen (Modell Schleswig Holstein) frontal gegen das Heck eines Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF) der Berliner Feuerwehr gecrasht. Der Aufprall erfolgt mit vollständiger Überdeckung auf die an der Fahrzeugrückseite montierte Schlauchhaspel.
Fahrzeugcrash 2027
Nach dem Crash ist ja bekanntlich vor dem Crash: auch 2027 wird es einen HTW Fahrzeugcrash geben! Alle Infos veröffentlichen wir hier auf der Website.
Untersuchungen
Im Fokus des Crashtests 2026 stand vor allem die Sicherheit von Rettungskräften während der Fahrt. Im Rettungswagen wurden hierfür verschiedene Rückhaltesysteme eingesetzt. Dazu zählte der aktuelle Prototyp eines Gurt-Systems für stehende Rettungskräfte. Des Weiteren wurde der Einfluss von modernen Gurtsystemen mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzern geprüft. Solche Systeme waren in PKW bereits Standard, in Rettungswagen werden sie im Patientenraum aber nicht eingesetzt. Ziel war es, zu analysieren, wie sich diese Systeme auf die Bewegung und Belastung der Insassen während des Crashs auswirkten. Zusätzlich wurde die Gefährdung von unangeschnallten, rückwärtsgewandt sitzenden Insassen bei einem Heckaufprall untersucht.

Ergebnisse
Die Aufwändige Vorbereitung des Crashtests wurde durch hohe Präzision beim erfolgreichen Crash belohnt. Die Aufprallgeschwindigkeit von 57 km/h lag im Zielbereich, genauso wie die Trefferlage an der Schlauchhaspel, welche besondere Genauigkeit (+- 6cm) erforderte, um die Triggerung von Messtechnik und Dummyauslösung sicher zu stellen. Die aufwändig umgebaute Fernsteuerung des Rettungswagens arbeitete trotz schwieriger Randbedingungen fehlerfrei.
Die Auswertung der Belastungen der verwendeten H350 Crashtest-Dummies zeigten klar den Nutzen moderner Rückhaltesysteme im Rettungsdienst auf: Der Einsatz eines selbst nachgerüsteten Gurtsystems mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer auf einem der beiden Betreuerstühle reduzierte die Insassenbelastung an Kopf, Hals und Brust. Der HIC-Wert (Head Injury Criterion), welcher für die Belastungen des Kopfes steht, konnte nahezu halbiert werden, während gleichzeitig die Gurtkräfte, die auf das Becken und die Schulter wirken, um bis zu 42 % gesenkt wurden.
Auch im zweiten Fahrzeug, dem Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug der Berliner Feuerwehr konnten Gefahren im Mannschaftsraum aufgezeigt werden: Während der angeschnallte Dummy sicher im Sitz gehalten wurde, wurde der ungesicherte, entgegen der Fahrtrichtung sitzende Dummy beim Aufprall komplett aus seiner Position geschleudert. Dies führte zu einer Sekundärkollision mit dem angeschnallten Dummy. Es konnte klar gezeigt werden, dass auch in Fahrtsichtung rückwärts sitzende Personen gefährdet sind, wenn sie sich nicht anschnallen.
Das Gurtsystem für stehende Rettungskräfte, dessen biomechanische Wirksamkeit an der HTW untersucht wird, war ebenfalls Teil der Untersuchungen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden an anderer Stelle veröffentlicht.
